Der kniffligste Fehler hatte mit IT nichts zu tun
Manche Störungen sind in fünf Minuten erklärt. Andere ziehen sich über Wochen — und die eigentliche Kunst ist dann nicht, die Antwort zu kennen, sondern nicht aufzugeben, bevor man sie hat. Ein Fall aus unserer Praxis zeigt das gut.
Ein Kunde hatte immer wieder Internetausfälle. Nicht dauerhaft, sondern unregelmäßig — mal vormittags, mal nachmittags, ohne erkennbares Muster. Für den Betrieb hieß das jedes Mal Stillstand: keine Warenwirtschaft, keine Kasse, keine E-Mail — mitten im Arbeitstag. Besonders merkwürdig: Der Betrieb hatte zwei getrennte Internetleitungen von zwei verschiedenen Anbietern, als Absicherung. Und trotzdem fielen oft beide gleichzeitig aus. Wenn eine Leitung streikt, springt normalerweise die andere ein. Hier waren regelmäßig beide gleichzeitig tot.
Wir haben geprüft, was man prüft: die Router, die Verkabelung, die Konfiguration, die Leitungen selbst. Wir haben mit den Anbietern gesprochen. Alles war sauber. Über Wochen fanden wir nichts — und das ist in solchen Fällen das Zermürbendste: Man sucht und sucht, und die Technik sagt, es sei alles in Ordnung.
Irgendwann haben wir entschieden, einen Techniker dauerhaft vor Ort zu lassen, bis der Ausfall wieder auftritt — um ihn im Moment des Geschehens zu erwischen. Der Kollege ging kurz vor die Tür, kam nach zwei Minuten zurück und fragte: „Ist das Internet gerade weg?“ Es war weg, auf beiden Leitungen.
Die Ursache stand nebenan: ein Schrottplatz. Beide Leitungen liefen an seinem Gelände vorbei. Immer wenn der große Kran mit dem Lasthebemagneten Schrott verladen hat, erzeugte das eine so starke Störung, dass das Signal auf beiden Leitungen zusammenbrach. Mit der IT des Kunden hatte das nichts zu tun.
Am Schreibtisch hätten wir das nie gefunden. Gefunden haben wir es, weil jemand dauerhaft vor Ort geblieben ist und im richtigen Moment nach draußen geschaut hat.
Wenn bei Ihnen ein Internetausfall immer wiederkommt und niemand die Ursache findet, liegt das selten an einem einzelnen Gerät. Meistens liegt es daran, dass noch niemand lange genug hingeschaut hat.
Und genau das ist oft der Unterschied. Nicht, wer die schnellste Vermutung hat — sondern wer systematisch dranbleibt, bis ein Problem wirklich gelöst ist. Dafür ist gute IT-Betreuung da.
